Gesundheits-Blog

Geschichten aus dem Leben - Husten muß nicht immer ursprünglich von der Lunge her kommen

Wir kennen alle Kinder, die ganz, ganz häufig Infekte haben, oder? Und zumeist steckt ja nur ein sich noch entwickelndes Immunsystem dahinter - und der immer wiederkehrende Kontakt mit immer wieder neuen Keimen bei Kindergartenkindern. Aber halt nicht immer. Deshalb möchte ich Euch hier die Story von Michi erzählen.

Husten, Lungenentzündung, Husten,....bis zu 8 Mal pro Jahr litt der kleine Michi seit seiner Säuglingszeit unter heftigen  Bronchitiden und Pneumonien. Zahlreiche Male fieberte er hoch und brauchte ein Antibiotikum, immer wieder mußte seine Mutter Anna mit ihm ins Krankenhaus.

Im Kindergartenalter wurde ein Asthma bronchiale festgestellt, da war er grad erst 3 1/2 Jahre alt. Es folgten 4 Jahre der Asthma-Therapie und zahlreiche stationäre Aufenthalte bei schweren Atemwegsinfekten. So viele abgesagte Kinderpartys! So oft Freunde, die ihm im Spital besuchen müssen.

Dutzende Blutabnahmen sowie eine  Immunabklärung, 2 Bronchoskopien in Narkose und Allergietests zeigten keine wesentlichen Auffälligkeiten. Anna, seine Mutter, war verzweifelt, sie konsultierte einen Kinderarzt nach dem anderen. Auch mich. Nach einem langen Gespräch und nach ausführlicher Untersuchung empfahl ich ihr eine Refluxabklärung.

In dieser wurde ein hochgradiger gastroösophagealer Reflux festgestellt, das heißt, daß die Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und diese verätzen kann. Sie fließt aber nicht nur in die Speiseröhre zurück, sonder kann auch in die Atemwege gelangen. Das erklärte das empfindliche Bronchialsystem - die Atemwege - Michis, es erklärte die so häufigen Bronchitiden. Die medikamentöse Therapie sprach sehr gut an, der Reflux konnte eingedämmt werden.

Michi hat in den 11 Monaten seit Einleiten dieser Therapie nur noch eine Bronchitis im Spätherbst durchgemacht, die Asthma- Therapie war nicht mehr erforderlich. In der Kontroll-Impedanzmessung zeigte sich nur noch ein geringer Reflux.

Und heute? Michi spielt fröhlich mit seinen Freunden und weiß, daß er noch ein Weilchen in ärztlicher Betreuung bleiben wird. So übersehen wir nicht, falls der Reflux noch einmal stärker werden sollte.  Er weiß aber auch, daß, selbst wenn der Reflux wieder kommen sollte, wir ihmwieder helfen können.